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Demenz darf kein Tabuthema bleiben (11.09.2011)

Gestern Beratungsstelle im Bennewitzer Rathaus eröffnet

Bennewitz. Im Bennewitzer Rathaus in Zimmer 312 gibt es jetzt einen offiziellen Stützpunkt zur Pflegeberatung, der gestern mit Sekt und Blumen eröffnet wurde. Die Einrichtung ist eine Initiative der Altenheimgesellschaft Muldental in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Altershilfe.

Sachsen ist das einzige Bundesland, in dem es keine Pflegestützpunkte gibt. Hans-Werner Bärsch, Vorsitzender des Fördervereins Altershilfe Muldental, weiß auch warum: Der Freistaat wollte die Finanzierung über die Pflegekasse abwickeln. Dagegen gab es Widerstände. "Das kann ja wohl nicht sein, dafür muss extra Geld zur Verfügung gestellt werden", findet auch Bärsch.

Möglich wurde die Anlaufstelle in Bennewitz durch die Selbsthilfegruppe von Männern und Frauen, die Angehörige betreuen, die an Alzheimer, der häufigsten Form der Demenz, erkrankt sind. Sie sichern ehrenamtlich ab, dass der Anlaufpunkt jeweils dienstags von 15 bis 17 Uhr besetzt ist. Donnerstags geben von 10 Uhr bis 12 Uhr zwei Fachschwestern des Ambulanten Pflegedienstes Auskunft über alle Fragen in Zusammenhang mit ihrem Einsatzgebiet und dem Demenzservice, für den Elisabeth Facius ausgebildet ist. Das Angebot seit drei Jahren Modellprojekt im Landkreis Leipzig.

In der neuen Einrichtung erhalten die Bürger von Bennewitz und Umgebung die Möglichkeit, eine allgemeine Beratung zu Sozialleistungen und Problemen des täglichen Lebens mit Pflegebedürftigen in Anspruch zu nehmen. Das betrifft zum Beispiel Informationen zu Pflegeversicherung, Pflegekassen und Pflegestufen. Ausführlich könnten sich Interessierte auch über und Alzheimer und Demenz aufklären lassen.

Bürgermeister Matthias Spalteholz garantierte dem Stützpunkt Unterstützung durch die Gemeindeverwaltung. Er bekannte, dass ihm persönlich die Tragweite einer Demenzerkrankung für die ganze Familie erst in jüngerer Zeit aufgegangen sei. Mitarbeiter in der Verwaltung würden immer wieder durch Anfragen mit der Problematik konfrontiert und er sei glücklich, dass es jetzt im Rathaus einen Anlaufpunkt mit so viel Kompetenz gebe. Bärsch wies am Rande der Begegnung darauf hin, dass Zimmer 312 noch auf die Hilfe von Sponsoren angewiesen sei: 800 Euro für die Anschaffung eines PC seien noch offen.

Brigtte Röttgen, engagierte Vorsitzende der Bennewitzer Selbsthilfegruppe, hatte die Idee für den Stützpunkt im Rathaus, der für Angehörige Demenzkranker die Schwelle senkt, sich Hilfe zu holen. "Es geht darum, dass diese Menschen die Zeit der Krankheit ihrer Familienmitglieder überleben", macht Röttgen die Dringlichkeit von Hilfsangeboten deutlich – und dass sie von Betroffenen ohne Scheu angenommen werden. IhreÜberzeugung: "Wir müssen dafür sorgen, dass Alzheimer kein Tabuthema bleibt."

Ingrid Leps

Text zum Foto: Ehrenamtlicher Einsatz: Christine Lehmann, Brigitte Röttgen und Beate Tost sichern die Pflegeberatung dienstags von 15 Uhr bis 17 Uhr ab.

Leipziger Volkszeitung Ausgabe Muldental 26.08.2011, Seite 17
Foto: Andreas Röse

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