Förderverein Altershilfe Muldental e.V.
 
   

Förderverein Altershilfe Muldental e.V., An den Birken 1, 04821 Brandis

 
Startseite
Wer wir sind
Aktuelles
Veranstaltungen
Projekte / Aufgaben
Ergebnisse
Sinngarten
Selbsthilfegruppen
Internetcafe
für Senioren
Vorträge
Ordophact
Brandis fit fürs Alter
Betreuungsangebote
Altershilfepreis
Ausstellungen
Sponsoren

"Wir sehen die Dinge oft zu einseitig" (15.10.2010)

Gesprächsabend über Alzheimer im Grimmaer Rathaussaal / Auch Angehörige sollen aufgeklärt werden

Grimma (rose). Anlässlich des Welt-Alzheimertages versammelten sich am Mittwochnachmittag Betroffene und Interessierte im Rathaussaal der Stadt. Unter dem Thema "Demenzkranke – Leben in der Gemeinschaft" referierte Klaus Wudmaska. Denn der Plauener war selbst jahrelang in einem Seniorenheim tätig. "Wir haben dort verschiedene Bereiche mit Demenz aufgebaut. In der Arbeit mit Demenzkranken muss man kreativ sein", sagt der Vorsitzende der Alzheimergesellschaft Plauen-Vogtland. Zugleich bemängelt er die einseitige Sichtweise der Öffentlichkeit anhand eines Beispiels. Er hält ein weißes Blatt mit einem schwarzen Punkt hoch und fragt in die Runde, was die Interessierten sehen. "Einen schwarzen Punkt", sagen die meisten. Auf die Frage, was die Besucher des Vortrags noch sehen, erhält Wudmaska keine Antwort. "Na das weiße Blatt", klärt er auf. Und genau darin liegt seiner Meinung nach das Problem. "Wir sehen die Dinge oft zu einseitig. Meistens sogar nur die schwarzen Seiten des Lebens." Im weiteren Verlauf des Vortrags gibt er Tipps für Pflegepersonal und Angehörige von Demenzkranken, wie man mit Betroffenen umgehen soll. Wudmaska stellt eine Theorie auf, die anfangs unglaubwürdig klingt. "Bei Demenzfällen haben wir oft eine Diagnose, aber zwei Patienten", sagt er: Den Betroffenen selbst und die Angehörigen. Darum sei es für Letztere so wichtig, sich über die Krankheit zu informieren.

Als Einleitung der Veranstaltung sprach zuvor Hans-Werner Bärsch. Er ist stellvertretender Vorsitzender der Alzheimergesellschaft Sachsen und Chef des Fördervereins Altershilfe Muldental. "In der Bundesrepublik Deutschland gibt es gegenwärtig rund 1,2 Millionen Demenzkranke, davon in Sachsen 270 000. Die meisten trauen sich allerdings nicht, damit in die Öffentlichkeit zu gehen und Hilfe zu suchen." Laut Bärsch ist dies aber der falsche Weg. "Betroffene brauchen sich nicht zu schämen, denn ihnen kann geholfen werden."

Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger riet Betroffenen, den Kontakt zu Selbsthilfegruppen zu suchen. "Mein Großvater war selbst schwer dement. Das hat mich mit geprägt. Selbsthilfegruppen fassen das Problem an." Auch die Grimmaer Selbsthilfegruppe wurde vorgestellt. Man hofft auf ähnlich gute Resonanz wie in Bennewitz und möchte auch bald eine weitere Gruppe in Wurzen gründen.

Leipziger Volkszeitung Ausgabe Muldental 24.09.2010, Seite 16

zurück zur Übersicht

Copyright © Förderverein Altershilfe Muldental e.V. | Design Jens Abicht