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Öffentlichkeit für Demenzkrankheit sensibilisieren (04.09.2009)

Ausstellung "Jung und Alt malen" gestern im Landratsamt eröffnet

Borna. "Alzheimerpatienten sind nicht verrückt", meinte gestern Hans-Werner Bärsch im Landratsamt in Borna zur Eröffnung der neuen Ausstellung "Jung und Alt malen". Laut des Vorsitzenden vom Förderverein Altershilfe Muldental haben die Betroffenen ein Selbstwertgefühl, das sie auf verschiedenste Weise zum Ausdruck bringen. Beispielsweise durch Malen mit Pinsel und Stift. In Brandis beschäftigen sich auf diese Weise seit einigen Jahren Jugendliche vom Gymnasium mit den dementen Bewohnern des Altenpflegeheims Bergstraße. Die Malereien, die aus diesem Projekt stammen, sind seit gestern im Haus II auf der Etage des Landrats zu sehen.

Das generationsübergreifende Projekt wurde bereits auf Bundesebene und kürzlich in Sachsen ausgezeichnet. Für Landrat Gerhard Gey ein zusätzlicher Grund, die Ausstellung auch in seinem Amtsgebäude zu zeigen. "Demenzkrankheit ist ein soziales Thema, das durch die steigende Altersgrenze in unserer Gesellschaft immer wichtiger wird", so Gey. Der Landrat hatte sich genau informiert, wusste auch zu berichten, dass sich die Krankheit bei vielen Menschen ab dem 65. Lebensjahr unmerklich einschleicht. "Mit dieser Ausstellung kann man die Öffentlichkeit für die Krankheit sensibilisieren."

Das sei bei den Gymnasiasten, die sich mit viel Geduld um die Patienten gekümmert haben, bereits geschehen, meinte Janet Würfel, Leiterin des Brandiser Altenpflegeheims. Die Jugendlichen hätten viel Geduld für die Malarbeit mit den Heimbewohnern gezeigt. "Sie schlüpften sozusagen in die Rolle der Erwachsenen, denn sie mussten den Senioren jeden Handgriff erklären", so Würfel. Dies sei keine Eintagsfliege. So starteten die Senioren und die Jugendlichen mit "Darstellung der Energieumwandlung" bereits ein neues Projekt. Seit über fünf Jahren besteht ein Generationenvertrag zwischen ihrem Heim, den Fördervereinen von Gymnasium und Altershilfe Muldental sowie dem Gymnasium selbst. "Durch die Projekte erreichten wir eine höhere Lebensqualität für alle Teilnehmer", so die Heimleiterin.

Im Juni gab es dafür einen zweiten Platz im Wettbewerb "Generationenpreis des Freistaates Sachsen", der erstmals verliehen wurde. Stellvertretend nahmen einige Gymnasiasten und der Förderverein Altershilfe Muldental den Preis von Ministerpräsident Stanislaw Tillich während eines Festaktes in der Sächsischen Staatskanzlei entgegen. Im vorigen Jahr belegten sie bei dem bundesweiten Wettbewerb "Alzheimer& You" den dritten Platz.

Malpädagoge Klaus Arweiler begleitet das Projekt Generationenaustausch seit Längerem. Derzeit arbeitet der Mutzschener in der Schweiz. "Dort bezeichnet man die Demenzkrankheit "anders orientiert", erklärte er mit einem Schmunzeln. Anders orientiert seien hierzulande ja einige Menschen, fügte er hinzu. Doch malen könnten alle, egal wie sie bezeichnet werden. "Und das zeigt die Ausstellung eindeutig." Die Bilder sind bis 25. September zu sehen und werden danach auf der Pflegemesse in Leipzig ausgestellt.

Text zum Foto: Malpädagoge Klaus Arweiler erklärt den Besuchern im Landratsamt die Bilder, die während des Projekts "Jung und Alt malen" entstanden.

Peter Krischunas
Leipziger Volkszeitung Ausgabe Borna-Geihain 26.08.2009
Foto: Peter Krischunas

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