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Jung und Alt schwingen den Pinsel (07.03.2008)

Jung und Alt schwingen den Pinsel Brandiser Gymnasiasten malen mit demenzkranken Senioren Brandis. Malen verbindet – im Brandiser Altenheim Generationen. Denn hier schwingen Demenzkranke und geistig behinderte Senioren gemeinsam mit Gymnasiasten den Pinsel. Das Projekt, das unter Anleitung eines Malpädagogen stattfindet, ist die Fortführung des Kooperationsvertrages zwischen Altenheim und Schule. Schon vor zwei Jahren wurden erste Berührungsängste genommen. Unter dem Motto „Geschichte(n) erleben“ erzählten sich Senioren und Schüler gegenseitig aus ihrem Leben. Das Projekt war damals ein voller Erfolg. Und auch diesmal sieht es vielversprechend aus – auch wenn die Senioren noch etwas ungläubig auf Farbe und Pinsel schauen. „Was soll ich denn hier?“, fragt eine Bewohnerin. „Malen“, antwortet eine Schülerin. Dann geht`s los. Geduld und Spucke sind ohne Zweifel bei den drei Gymnasiastinnen gefragt, als sie den Senioren über die Schulter schauen. Oftmals verstehen die Demenzkranken nicht, was sie machen sollen. Oftmals fehlt es an Ausdauer. Oftmals gibt es Verständigungsprobleme. „Es ist eine schwierige Situation, dennoch macht es Spaß“, sind sich Anne Reichenbach und Sophia Seifert einig. Für beide ist es Neuland, mit Älteren und zudem noch Demenzkranken in einem Projekt zu arbeiten. Umso wichtiger ist es für die Schülerinnen, sich dieser Herausforderung zu öffnen, Distanzen schwinden zu lassen, Brücken zu bauen. Gerade deshalb hätten sich die Zwei etwas mehr Bereitschaft seitens der Schülerschaft erhofft. Denn zusammen mit Susann Petzold sind es nur drei Gymnasiastinnen, die im Rahmen des Projektes den Pinsel schwingen. „Man müsste regelmäßig den Umgang schulen“, finden die Schülerinnen. Denn der Gewinn an Erfahrungen, der beim Malen mit Jung und Alt am Ende auf beiden Seiten steht, sei enorm. Das weiß auch Malpädadoge Klaus Arweiler, unter dessen Leitung das Projekt jeden Montag im Brandiser Pflegeheim stattfindet. „Es ist einfach ein interessantes und spannendes Erlebnis mit ganz wichtigen Erfahrungen“, sagt der Maler. Man lerne den richtigen Umgang mit älteren dazu noch demenzkranken Menschen, aber auch ihnen zuzuhören. „Das erste Mal, als wir gemeinsam malten, hatte ich Tränen in den Augen, weil ein Bewohner mir seine Lebensgeschichte schilderte und mir sagte, wie einsam er sich fühlt“, sagt Sophia. Das Projekt berührt, das ist allen klar. Aber neben dem Zwischenmenschlichen stehen auch die Bilder im Vordergrund. Denn die Senioren strahlen, wenn sie ihr fertiges Werk stolz bestaunen. Arweiler: „Es sind ganz unterschiedliche Bilder entstanden – von Blumen über Dampfer bis hin zu Ostereiern. Da wird den Teilnehmern freie Hand gelassen.“ Insgesamt an acht Nachmittagen steht das gemeinsame Pinselschwingen auf dem Programm. Am 11. Juni sind die entstanden Werke dann in einer Ausstellung im Pflegeheim zu sehen.

Linda Dietze
LVZ-Muldental vom 06. 03. 2008, Seite 20

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