Förderverein Altershilfe Muldental e.V.
 
   

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Selbsthilfegruppe Alzheimer/ Demenz – Angehörige in Bennewitz (29.08.2015)

Das Treffen von Menschen, die einen Angehörigen mit Demenz vom Typ Morbus Alzheimer in
der Familie pflegen, begann vor 10 Jahren.
Unter dem Dach des „Förderverein Altershilfe Muldental e.V.“ gründete Frau Brigitte Röttgen aus
Bennewitz die Selbsthilfegruppe Alzheimer/ Demenz für pflegende Angehörige. Damals noch
räumlich vom Krankenhaus Wurzen unterstützt.
Demenzkranke hatten keine Lobby, also war die Pflege der Erkrankten im Glied der Wertigkeit an
letzter Stelle. Körperliche Versehrtheit, Krebs-, Rheumakrankheiten und andere sind schlimm.
Doch die Pflege dieser Erkrankten konnte sehr gut in Zeiteinheiten definiert werden. Die gesamte
Einstufung in Pflegestufen wurde generell nach Zeiten festgelegt. Die Erkrankten kennen die
Rituale, können sich artikulieren und auch unterstützen. Also wurden für Waschen, Zähneputzen,
Anziehen u.v.m. Zeiten vorgegeben. Aber ein Alzheimerpatient vergisst schrittweise auch diese
Rituale. Heute unterstützt er noch beim Anziehen oder öffnet den Mund beim Zähneputzen. Am
anderen Tag beißt er zu, er weiß nicht mehr, was man im Mund machen will. Er hat das Ritual im
Moment vergessen und man braucht sehr viel Geduld. Weitere Beispiele lassen sich ergänzen.
Es kann keine konkrete Zeit, wie der „Medizinische Dienst der Krankenkassen“ (MDK) es für die
Bewilligung von Pflegestufen braucht, vorgegeben werden. In vielen Fällen konnte keine
Bewilligung erteilt werden und die Pflegenden standen wieder alleine da.
Nicht zuletzt durch die engagierte Arbeit und das ständige Mahnen und Suchen nach
Aufmerksamkeit durch die Mitglieder der SHG`n und deren Leitern, wie Brigitte Röttgen,
berücksichtigen nun die erweiterten Pflegegesetze mehr und mehr die Besonderheiten der sich
rasch ausbreitenden Demenzkrankheiten.
In den SHG`n wurden mit fachkompetenten Leuten die neuen Möglichkeiten aus dem
1. Pflegestärkungsgesetz erörtert und Handlungshilfen gegeben. Den Pflegenden, die in 24
Stundendiensten für ihre Angehörigen verfügbar sein müssen, bleibt dazu alleine wenig Zeit.
Die Selbsthilfegruppen sind für die ständig angespannten und auch isolierten pflegenden
Angehörigen ein Ort der Entspannung, schon nur durch die Unterhaltung mit Gleichgestellten.
Durch das Weitergeben von Erfahrungen und Wissen fühlen sie sich nicht mehr alleine und
hilflos.
Wer, wenn nicht die Betroffenen wissen wo und wie Hilfen zu beantragen sind. Welche
Pflegeeinrichtung für unsere handlungseingeschränkten oder gar –unfähigen Angehörigen die
passenden sind. All dieses Wissen ist in unserer SHG vorrätig, es sind alles Betroffene die das
Beste für ihre kranken Angehörigen wollen.
Leider kommen die gesetzlichen Verbesserungen zur Anerkennung dieser noch unheilbaren
Krankheit für die bisherigen und noch jetzt Betroffenen zu spät. Wir werden trotz unseres
Einsatzes nicht mehr in den Genuss des 2. Pflegestärkungsgesetz kommen.
Doch die Krankheit bleibt, es ist noch kein Licht am Ende des Tunnels sichtbar.
Wurden früher 5 bis 10 Jahre Lebenserwartung für Erkrankte aufgezeigt, sind es jetzt, durch
verbesserte Betreuung und Pflege, schon 10 -15 Jahre. Das sind enorme Strapazen für die
Pflegenden. Alleine schafft das keiner unbeschadet. Hilfe –psychisch, ethisch, moralisch—gaben
mir die Unterhaltungen, Verhaltensvorschläge und Tipps aus den Erfahrungen anderer
Betroffener unserer Selbsthilfegruppe.
Trotz steigender Zahlen der Morbus Alzheimer in Deutschland scheint es in Bennewitz in
erfreulicher Weise anders zu sein.
2010 wurde die SHG Bennewitz wegen zu hoher Beteiligung (>10) in die SHG Wurzen und
Bennewitz geteilt. Infolge natürlicher Entwicklung und notwendiger Heimeinweisungen ist die
SHG Bennewitz nun nicht mehr sinnvoll. Aber auch das langjährige Engagement der Leiterin
Frau Röttgen findet aus Mitgliedermangel keinen Nachfolger.
Zum 1.1.2016 wird die Gruppe Bennewitz beendet. Die Mitglieder finden ihre neue Heimstatt in
der SHG Alzheimer/ Demenz – Angehörige Wurzen. Leiterin ist Frau Beate Tost.
Zum verantwortungsvollen Kennenlernen haben die Mitglieder der Gruppen bereits gemeinsam
die Weihnachtsfeier 2014 und unser Sommerfest am 24.06.2015 durchgeführt.
Obwohl die langjährige engagierte Leiterin vom Vorsitzenden des Trägers der SHG`n
„Förderverein Altershilfe Muldental e.V.“ Herrn Bärsch noch feierlich verabschiedet wird, möchten
hier die Mitglieder der SHG`n Bennewitz und Wurzen Frau Brigitte Röttgen für die
aufopferungsvolle über 10 jährige Leitung danken.
Wir wünschen ihr viel Gesundheit und Glück. In der Hoffnung, dass sie ihr, in den vielen Jahren
erworbenes Wissen weiterhin an uns weitergibt.
Frau Tost wünschen wir eine glückliche Hand für die größeren sehr sensiblen Aufgaben.
Mit Beginn seiner Alzheimerkrankheit schrieb der 40. Präsident der Vereinigten Staaten von
Amerika, Ronald Reagen im offen Brief an die US-Bürger …“Ich beginne nun die Reise, die
mich in den Sonnenuntergang meines Lebens führen wird.“…

Manfred
Mitglied der SHG Bennewitz
29.6.2015

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