Förderverein Altershilfe Muldental e.V.
 
   

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Je früher, desto besser (04.10.2013)

Förderverein Altershilfe Muldental informiert in Wurzen anlässlich des Welt-Alzheimertages
Wurzen. Das Thema Demenz macht auch um die Stadt Wurzen keinen Bogen. 422 Erkrankte zählt aktuell der Förderverein Altershilfe Muldental. In dieser Woche hatte dieser anlässlich des Welt-Alzheimertages in den Plenarsaal des Rathauses geladen, in dem Experten verschiedene Aspekte der Erkrankung beleuchteten.
Beate Tost hat schwere Jahre hinter sich. Jahre, in denen sie ihren an Demenz erkrankten Mann aufopferungsvoll pflegte. "Ich war völlig unwissend hinsichtlich dieser Krankheit", bekennt sie heute. Psychisch wie physisch am Ende ihrer Kräfte angelangt, sei sie in der Bennewitzer Selbsthilfegruppe für Alzheimer- und Demenz-Angehörige aufgefangen worden. "Es tat unheimlich gut und war für mich enorm hilfreich, mit Menschen sprechen zu können, die wussten, wovon ich spreche", so die heutige Leiterin der Wurzener Selbsthilfegruppe. Als nach dem Tod ihres Mannes selbst das Reden nicht mehr zur Verarbeitung der Trauer genügte, entdeckte sie für sich das Töpfern und schöpfte daraus neue Kraft. "Es war mir eine große Hilfe in dieser Krisensituation", so Tost.
In Krisensituationen den betroffenen zielgerichtet Hilfe an die Hand zu geben, ist das Anliegen des Fördervereins, der im Muldental neben Wurzen und Bennewitz mit weiteren Selbsthilfegruppen in Bad Lausick, Brandis, Grimma und Colditz vertreten ist. "Es ist allerdings nicht immer einfach, pflegende Angehörige zu ermutigen, sich uns gegenüber zu öffnen", weiß Beate Tost aus Erfahrung.
Dabei plädiert die Leiterin der Bennewitzer Selbsthilfegruppe dafür, sich rechtzeitig um Unterstützung zu bemühen. "Je eher, desto besser", so Brigitte Röttgen, die allerdings die Erfahrung gemacht hat, dass die Realität zu oft anders aussieht. "Aus Scham und anderen Gründen versuchen Angehörige, die Krankheit zu lange geheim zu halten."
Dabei hat sich die Demenz mit ihrem Ableger Alzheimer auch - aber nicht nur - der hohen Lebenserwartung wegen mittlerweile zu einer Volkskrankheit entwickelt. 1,4 Millionen Menschen sind laut dem Fördervereins-Vorsitzenden Hans Werner Bärsch in Deutschland an ihr erkrankt, von denen rund 70 Prozent zu Hause gepflegt werden. Mit fatalen Auswirkungen auch für die pflegenden Angehörigen. "Auf ihnen lastet das erhöhte Risiko, an ihrer Psyche zu erkranken", so Bärsch, dessen Verein am Donnerstag Experten aus verschiedenen Bereichen ins Rathaus eingeladen hatte. Neben Optikern, Betreuern und Krankenkassenvertretern kam auch die Wurzener Ergotherapeutin Bettina Kramer zu Wort. Diese betonte, dass sich die Ergotherapie nicht im gemeinsamen Kreuzworträtselausfüllen erschöpfe. "Vielmehr nutzen wir eine große Bandbreite an Strategien, um die Erkrankten nicht ins Niemandsland abrutschen zu lassen."

Text zum Foto: Kreative Trauerarbeit: Nach dem Tod ihres Ehemanns schöpfte Beate Tost (rechts im Foto mit Brigitte Röttgen) Kraft aus der Töpferei.

Roger Dietze
Leipziger Volkszeitung Ausgabe Muldental 28.09.2013 Seite 30
Foto: Roger Dietze

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