Förderverein Altershilfe Muldental e.V.
 
   

Förderverein Altershilfe Muldental e.V., An den Birken 1, 04821 Brandis

 
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Den Weg gemeinsam gehen (28.09.2013)

Thema Alzheimer: Förderverein Altershilfe Muldental plädiert für mehr Verständnis in der Gesellschaft
Brandis (ih). Mut, Zuversicht und Lebensfreude vermittelte der Förderverein Altershilfe Muldental Betroffenen und ihren Angehörigen mit seiner Veranstaltung zum Welt-Alzheimertag. "Demenz - den Weg gemeinsam gehen" lautete das Motto, zu dem Verein und örtliche Selbsthilfegruppe im Umfeld des jährlichen Aktionstages - dem 21. September - ins Brandiser Rathaus geladen hatten.
"Menschen, die an einer Demenz erkranken und ihre Familien stehen am Beginn eines schwieriges Weges", weiß Hans-Werner Bärsch. "Doch sie müssen den Weg nicht allein gehen", so der Vorsitzende des Fördervereins. "Sie brauchen Hilfe und Information. Sie brauchen Wegbegleiter, sie brauchen uns: eine Gesellschaft, die Kranke akzeptiert, wie sie sind. Und Mitmenschen, die betroffenen Familien beistehen, ihnen Unterstützung anbieten. Denn gemeinsam lässt sich der Weg leichter bewältigen", so Bärsch. Doch immer noch komme es vor, "dass Familien aus Schamgefühl ihre kranken Angehörigen verstecken." Das Gegenteil sei richtig: "Guckt mal. Das ist mein demenzkranker Mann, das ist mein Los." "Wir ziehen an einem Strang", unterstrich Arno Jesse (SPD) das künftige Miteinander im Umgang: "Demenz ist ein Thema, das in die Mitte der Gesellschaft gehört", betonte der Brandiser Bürgermeister. "Deswegen stellen auch wir die Krankheit in die Mitte, machen sie zum Thema im Herzen der Stadt", nahm Jesse Bezug zum Rathaussaal als Veranstaltungsort am Welt-Alzheimertag. "Wie wir miteinander leben, das bestimmen wir", betonte auch Cornelia Woitek. "Wir müssen gelten lassen, dass der andere anders geworden ist. Dass das Gedächtnis nachlässt, der Eigenantrieb fehlt, Orientierungsvermögen, Sprache und Bewegungsabläufe nach und nach verlernt werden können", zählte die Wurzener Ärztin wesentliche Merkmale der Krankheit auf. Dabei sei Alzheimer zwar das häufigste Erscheinungsbild, aber es gebe noch weitere Formen unter dem Oberbegriff Demenz. "Heilbar ist die
Krankheit derzeit nicht. Umso wichtiger ist es, ihre Frühformen zu erkennen. Sie beginnen etwa zehn Jahre vor der eigentlichen Erkrankung", so die Internistin. "Doch manchmal wollen Betroffene die beginnende Demenz nicht wahrhaben. Damit vergeben sie die Chance auf Therapie und auf gewonnene Zeit." Selbst wenn es sich dabei nur um ein Jahr handle: "Das wäre doch großartig!"
Doch wie sollte man mit Dementen umgehen? Negative Kommunikation frustriere Kranke. Meine etwa die Tochter zu ihrem Vater: "Wenn du dich beeilst mit dem Anziehen, können wir vielleicht in zehn Minuten frühstücken", sei für ihn der Tag gelaufen. Kurze Sätze, das fröhliche, offene Wort sind das wichtigste. Damit werden positive Emotionen rüber gebracht werden. Und der Kranke glaube vielleicht: Ich weiß nicht, ob die fremde Frau meine Tochter ist. Aber wenn sie es behauptet - scheint ja eine nette Person zu sein. "Wir dürfen nicht unsere eigene Trauer übertragen, müssen viel duldsamer gegenüber unseren Mitmenschen werden", plädierte die Ärztin für mehr "Verständnis und Empfindsamkeit. Das ist mein Credo am Welt-Alzheimertag", so Woitek.

Text zum Foto: Den Weg gemeinsam gehen: Besucher und Mitglieder der Selbsthilfegruppe im Gespräch mit Hans-Werner Bärsch (3.v.r.) vom Förderverein Altershilfe. Foto: Ingrid Hildebrandt

Leipziger Volkszeitung Ausgabe Muldental 21.02.2013, Seite 30
Foto: Ingrid Hildebrandt

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