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Beitrag über Alzheimer der Selbsthilfegruppe Alzheimer/ Demenz – Angehörige in Bennewitz (30.06.2012)

Wir hatten im letzten Beitrag angekündigt durch weitere Veröffentlichungen die Krankheit „Alzheimer“ und den Umgang mit den Erkrankten, aus unseren Erfahrungen allen Interessierten nahe zu bringen. Wir wollen dadurch Akzeptanz bei unseren Mitbürgern schaffen. Die Angst bei der Begegnung mit dem Kranken und wichtiger noch, mit dem Pflegenden zu nehmen.
Wir möchten ernst genommen werden. Unsere Angehörigen sind nicht verrückt, sie sind –zurzeit noch- unheilbar krank. Dennoch hat jeder Fähigkeiten in unterschiedlicher Ausprägung die geachtet und anerkannt werden sollten. Sie sind emotional sehr feinfühlig und verletzbar. Sie wissen, dass sie vergessen und schämen sich dessen. Wir Gesunde müssen ihnen helfen. Nicht überheblich fragen „was, das weißt du nicht mehr“. Einen Blinden sagt ein Sehender auch nicht „schau mal“. Aber darüber Schreiben wir ein nächstes mal.

Die „Alzheimer“, genannt nach dem Arzt und Neurologen Alois Alzheimer, der bereits Anfang des 19.Jahrhunderts die Symptome an der Patientin Auguste Deter analysierte. Der Neuropathologe stellte Plaques in Form von Eiweißablagerungen im Gehirn der erst 56-jährigen Patientin fest.
Die Krankheit ist also vor mehr als 100 Jahre nach dem Tod der relativ jungen Frau definiert worden.

Lange wurde die wahre Krankheit verdrängt, auch belächelt, da man von „Verrückten“ sprach. Das Leben in der Familie mit mehreren Generationen war so gefestigt, das auch die Betroffenen im Familienclan durch ihnen bekannte und geliebte Angehörige betreut, gepflegt und vor allen mit kleinen Aufgaben betraut wurden. So ging vieles unter.
Mag sein, dass durch die zwei Weltkriege mit den verheerenden Tragödien die Menschen auch einiges an menschlichen Verhalten verloren hatten.
Erst in den 90-er Jahren wurden mit der Offenlegung der Krankheit bei berühmten Personen der Ernst und das Ausmaß neu betrachtet. Der Bekannteste war wohl der 40. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Ronald Reagen. Im Brief an die US-Bürger schrieb er offen …“Ich beginne nun die Reise, die mich in den Sonnenuntergang meines Lebens führen wird.“…

Es stellt sich trotz allem die Frage: Warum wurde es nicht geschafft in mehr als 100 Jahren die Ursachen der Krankheit genau zu analysieren? Von den Demenzerkrankungen (Gesamtbegriff für das verlieren geistiger Fähigkeiten) sind in der Mehrheit ca.2/3 als Alzheimer diagnostiziert. Es werden enorme Summen in der Forschung eingesetzt. Neben den Plaquesablagerungen werden weitere Veränderungen in den Nervenbahnen favorisiert. Trivial ausgedrückt setzen sich die Verbindungen der Nervenzellen untereinander, wie z. B die Blutbahnen, zu. Liegt es an unserer Ernährung und modernen Lebensweise? Auf was sind die enormen Steigerungsraten der Krankheitsausbreitung zurückzuführen? Erst dann, wenn die Ursachen bekannt sind, ist es möglich Gegenmaßnahmen zu erproben.
Die Menschen werden älter, ergo kann die sensible Alzheimer im Vergleich zunehmen.
Doch auch die präsensible Alzheimer nimmt beängstigend zu. Schon bei unter 40-jährigen gibt es Anzeichen. Diese vorwiegend genetisch bedingte Alzheimer wird z. Zt. bei 5-10 % aller Erkrankten angegeben. Hier, denke ich liegt ein Grund zur Sorge. In Kolumbien, Region Antioquia im „Dorf des Vergessens“ ist bereits jeder Zweite von der Krankheit betroffen. Nun ist diese abgeschiedene Gegend nicht mit unserer Zivilisation und Bevölkerungsdichte vergleichbar. Doch auch wir können uns hier der Humangenetik nicht gänzlich verschließen. Auf vielen Gebieten wird dazu geforscht.

In unseren Selbsthilfegruppen lernen wir gegenseitig, die Krankheit zu verstehen, mit ihr und den Angehörigen zu leben, aus der ausweglosen Situation, durch den Austausch der individuell gemachten Beobachtungen und Erfahrungen, das Beste zu machen,

Manfred, Mitglied der SHG Bennewitz, 30.6.2012

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