Förderverein Altershilfe Muldental e.V.
 
   

Förderverein Altershilfe Muldental e.V., An den Birken 1, 04821 Brandis

 
Startseite
Wer wir sind
Aktuelles
Veranstaltungen
Projekte / Aufgaben
Ergebnisse
Sinngarten
Selbsthilfegruppen
Internetcafe
für Senioren
Vorträge
Ordophact
Brandis fit fürs Alter
Betreuungsangebote
Altershilfepreis
Ausstellungen
Sponsoren

Warum wird die Demenzkrankheit noch immer belächelt oder tabuisiert? (18.12.2011)

SHG Alzheimer/ Demenz – Angehörige Bennewitz

Es ist schwer mitzuerleben wie der geliebten Angehörigen langsam in eine eigene Welt gleitet, ohne helfen zu können. Wir können ihnen auch nicht folgen.
Ein Vielfaches schwerer ist es, wenn es der über Jahrzehnte vertraute Partner ist. Man weis nicht, obwohl er anwesend ist, ist er gerade bei mir oder irgendwo. Dann fragt man sich - wo? Fühlt er dort, leidet er dort oder hat er gar noch die Fähigkeit zu lieben. Liebt er mich noch? Spürt er dass ich da bin, mich um Ihn sorge, ihn liebe und für ihn leide?

Es ist uns Angehörigen klar, dass für alle Außenstehenden dieses Verstehen und der Umgang mit den Betroffenen und auch mit uns sehr schwierig ist.
In der kurzen Zeit einer Begegnung zeigt sich oft eine Fata Morgana. Wir erhalten dann gut gemeinte Hinweise oder gar Belehrungen. Großzügig schauen wir darüber hinweg, denn es kann keiner besser wissen als der Angehörige im 24 Stunden Pflegedienst. Was wir nicht wissen tauschen wir uns in der Selbsthilfegruppe freimütig und offen aus.
Wir brauchen aber dennoch auch im Öffentlichen ein wenig Verständnis auch Vertrauen und das Gespräch. Eine Kommunikation ist mit den Betroffenen nicht mehr möglich. Wir suchen das Gespräch mit anderen Nahestehenden. Wir wissen das nervt, auch ein Thema mal auszudiskutieren wie es zu Hause üblich war.
"Entschuldige ich habe noch dies und das vor, wir reden mal später" ist uns vertraut. Doch auch den Hörer auflegen oder eine Telefonstörung vorgeben ist durchaus gängig. Nehmen wir uns die Zeit und reden miteinander das bringt Verständnis und Vertrauen beiderseits.

Vertrauen wollen wir nur dafür, dass das was wir tun, sowohl für die Erkrankten als auch uns das Beste ist. Wir dürfen mit dem absoluten Willen zur Pflege uns nicht vernachlässigen. Wir sind Menschen mit Emotionen, mit Gefühlen und Sehnsüchten.
Aussagen: "Das kannst Du nicht machen" oder "was sollen die Leute sagen" sind keine Hilfen für uns.
"Geh mal mit zum Tanz, ich passe heute auf" oder "wir gehen mal alle gemeinsam aus" würde sehr viel Vertrauen bringen.

Verständnis brauchen wir dafür, dass wir nicht mehr unseren Hobbys und Spleens wie bisher nachgehen können. An Veranstaltungen und Urlaubsplanungen nicht mehr aktiv teilnehmen. Die Ehrenamtlichen Ämter ablegen. Der Pflegende braucht uns. Wir wollen aber weiter am Leben teilhaben und freuen uns über Informationen und Einladungen.

Als Selbsthilfegruppe wollen wir versuchen Dritten die Angst beim Umgang mit dem Betroffenen zu nehmen. Den Angehörigen Mut zu geben, sich nicht zu isolieren. Die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und das Verständnis zu wecken auch mit den Erkrankten verständnisvoll umzugehen. Die dementiellen Erkrankungen sind weiter steigend. Es kann jeden erreichen.

Manfred H.
Bennewitz April 2011

zurück zur Übersicht

Copyright © Förderverein Altershilfe Muldental e.V. | Design Jens Abicht