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Strategien für die Altenpflege (18.11.2011)

Arbeit am Netzwerk im Landkreis / Zahl der über 80-Jährigen verdoppelt sich im nächsten Jahrzehnt

Frohburg. Die Zahl der Menschen im Landkreis, die 80 Jahre und älter sind, wird sich im nächsten Jahrzehnt um 50 Prozent erhöhen. Das ist eine Herausforderung an alle, die für die Betreuung und Pflege älterer Menschen Verantwortung tragen. Miteinander statt nebeneinander arbeiten, das ist zentrales Ziel des Pflegenetzwerks im Landkreis Leipzig. Vor einem Jahr gegründet, traf sich jetzt in Frohburg eine der Arbeitsgruppen. Ihr Anliegen: den Wechsel zwischen Pflegeheim, Krankenhaus und eigenen vier Wänden reibungslos gestalten.

"Lasst uns Kräfte und Potenziale bündeln", sagt Bodo Künzel, Beauftragter für Qualitätsmanagement der Muldentalkliniken Grimma/Wurzen. Im Landkreis Leipzig gebe es eine breite und gute Versorgungsstruktur für ältere und pflegebedürftige Menschen. Noch werde aber zu selten über den Tellerrand geschaut. Die Notwendigkeit, das stärker und konsequenter zu tun, ergebe sich aus der demografischen Entwicklung. Zwei Dutzend Vertreter von Pflegediensten, Altenheimen, Krankenhäusern, Wohlfahrtsverbänden und Behörden trafen sich jetzt im Frohburger Wohn- und Seniorenzentrum am Harzberg, um weiter an gemeinsamen Strategien zu arbeiten. Sie sind Teil eines seit November vergangenen Jahres kreisweit im Aufbau begriffenen Netzwerkes, das inzwischen an die 120 Partner zählt. Eine Zahl, mit der Sozialamtsleiterin Karina Keßler sehr zufrieden ist: "Die Bereitschaft der sozialen Träger, sich einzubringen, ist sehr groß." Es sei gelungen, die Beratungs- und Versorgungsstrukturen, die es im Landkreis gibt, transparent und auf der Homepage des Landratsamtes für jedermann abrufbar zu machen. Das Dokument umfasst 100 Seiten und enthält jede Menge Kontaktdaten - von Krankenhäusern bis zur Tagespflege, von Selbsthilfegruppen bis zu Begegnungsstätten, von Sanitätshäusern bis zu Frühförderstellen für behinderte Heranwachsende. Für Betroffene und Angehörige sei diese Plattform eine wichtige Informationsquelle. Zudem, so Keßler weiter, sei auf diese Weise "ein zielgenaueres Arbeiten möglich."

Dem dient auch ein Formblatt, das die in Frohburg tagende Arbeitsgruppe abschließend beriet. Dieses Überleitungsbogen genannte Papier soll möglichst alle Fragen klären, die entstehen, wenn der Wechsel aus einem Altenheim oder der eigenen Wohnung in ein Krankenhaus bevorsteht. Ebenso wichtig ist er für einen lückenlosen Informationsfluss nach einem Klinik-Aufenthalt. "Mit seiner Hilfe ist es möglich, dass wir unsere Bewohner noch optimaler pflegen", sagt Kerstin Taubert, Heimleiterin des Wohn- und Seniorenzentrums Frohburg. Das sieht Dr. Ralf Sultzer, Chefarzt des Helios-Geriatriezentrums Zwenkau, nicht anders. "Dieser Bogen ist ein qualitätssicherndes Element", sagt er und spricht von einem Meilenstein in dem Bestreben, durch enge Kooperation und regelmäßigen Austausch Betreuungsprozesse nachhaltig zu optimieren.

Der Überleitungsbogen, der auf der Netzwerk-Plattform im Internet abrufbar sein soll, gilt als Empfehlung der Arbeitsgruppe an die Partner. Dass die darauf zurückgreifen werden, steht für Doris Krumbholz, Inhaberin des Pflegedienstes Leipziger Land, außer Frage: "Jeder, der an einer hohen Qualität interessiert ist, wird das tun."

Ekkehard Schulreich

Text zum Foto: Strategien für die Pflege: Bodo Künzel, Schwester Liane Zischel als Hausherrin, Sozialamtsleiterin Karina Keßler, Doris Krumbholz und Chefarzt Dr. Ralf Sultzer (v.l.) nehmen im Frohburger Pflegeheim am Harzberg an der Konferenz teil.

Eine Übersicht über die aktuellen Beratungsund Versorgungsstrukturen im Landkreis Leipzig findet sich im Internet unter www.landkreisleipzig.de, Stichwort Landkreis, Unterpunkt Pflegenetzwerk LKL.

Leipziger Volkszeitung Ausgabe Muldental 17.11.2011 Seite 17
Foto:Jens Paul Taubert

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